Spoileralarm

Erebos von Ursula Poznanski

Erebos - Ursula Poznanski

Vorsichtshalber setze ich mal einen Spoiler-Alert, man kann ja nie wissen. :)

 

Erebos ... ich habe einige Rezensionen dazu gelesen und da ich Thriller für Jugendliche seit der Das Tal Reihe super finde, dachte ich mir, den muss ich also unbedingt lesen. Gesagt, getan!

 

Worum geht es?

In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht: Erebos. Als Raubkopie geht es von Hand zu Hand und wer es spielt, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Spielregeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und - wer gegen die Spielregeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel auch nicht mehr starten. Merkwürdig ist aber, dass die Aufgaben, die Erebos stellt, nicht in der Welt von Erebos, sondern in der Wirklichkeit ausgeführt werden müssen. Die Fiktion des Spiels und die Realität verschwimmen auf irritierende Weise. Auch Nick ist süchtig nach Erebos, bis das Spiel ihm befiehlt [...] (Kurzbeschreibung amazon)

 

Wie war es?

Ich habe die Kurzbeschreibung von amazon absichtlich gekürzt, denn sonst verrät es einem schon zu viel. Ich habe nur den ganz groben Inhalt gewusst, also ein Computerspiel, das Erebos heißt und süchtig macht, sich dabei aber auch auf gefährliche Weise in die reale Welt der Spieler einmischt. 

Diese Idee ist klasse und auch was Poznanski daraus macht. Ich habe mich zeitweilig durch die Geheimniskrämerei und die zwei Parteien an der Schule, die durch das spiel entstehen, nämlich Spieler und Nicht-Spieler, an Die Welle von Morton Rhue erinnert. Der Sog dieses Spiels reicht soweit, dass Freundschaften zerbrechen, sich Menschen misstrauisch gegenüberstehen und sich jeder auf erschreckende Art verändert. Die Sucht lässt die Spieler nicht mehr los und es fällt schwer, sich dem Spiel und seiner Aura zu entziehen. Jeder, der noch nicht dabei ist, möchte gern dabei sein, denn die Veränderung der anderen bleibt nicht unentdeckt. 

Immer wieder konnte die Autorin mich mit einigen Wendungen von meiner Lösung des Rätsels abbringen und es wurde keine Sekunde langweilig, sogar die Spielsequenzen waren spannend beschrieben.

 

Ein wirklich packendes Leseerlebnis, das mich zu guter Letzt auch noch weinen ließ ... es war so rührselig... ich konnte nicht anders. Ich weiß auf jeden Fall, dass ich auch noch die anderen Poznanski Romane lesen werde und jedem, der Das Tal gelesen hat, sei dieses buch wärmstens empfohlen! Eindeutige 5 Sterne Bewertung aufgrund des hohen Suchtpotenzials!

 

Natürlich habe auch ich mich gefragt, wie nah wir schon an einem solchen Szenario dran sind? Wie weit entfernt ist es, dass uns Computerprogramme oder Internetdienste so sehr beeinflussen, dass wir aufgrund unserer Abhängigkeit Dinge tun, die wir sonst nie in Erwägung gezogen hätten?